Mit “Tragisch, aber geil – Zu wahr, um schön zu sein” veröffentlicht Barbie Breakout ihr erstes Buch.
Manchmal beschämend offen und ehrlich erzählt sie ihre Geschichte, beginnend als missverstandenes Kind, das sich unklar ist über die eigene sexuelle Identität. Sie beschreibt bewegend nah, wie sie um die Anerkennung ihres Vaters ringt und sich schließlich verantwortlich fühlt für seine Krebserkrankung.

Man bekommt sehr schnell den Eindruck, dass hier ein Kind viel zu früh erwachsen werden musste. So folgt man der Autorin durch ihre Teenagerjahre im Frankfurter Drogenmillieu, wo sie, Opfer sexueller und körperlicher Gewalt, endlich die Halteleine zieht und sich selbst auf die berüchtige Odenwaldschule schickt, um dort in vergleichsweise geregelten Verhältnissen Abstand vom Frankfurter Drogensumpf zu bekommen und ihr Abitur zu machen.

Weit entfernt von Opfersentimentalität oder Selbstmitleid erzählt sie selbst solche schockierenden Episoden ihres Lebens mit einer Selbstironie und einem Galgenhumor, der das Lesen zu einer leichten, heiteren Erfahrung macht.

Es scheint, als habe es im Leben der Autorin schon von Kindesbeinen an sowohl tragische, als auch entsetzlich komische und herzzereissend liebevolle Momente gegeben, ständig erscheint sowohl die düstere, als auch die strahlende Seite präsent zu sein und der Leser wischt sich abwechselnd Tränen der Rührung und, nach besonders markigen Passagen, Lachkrampftränen aus den Augen.

Der Leser begleitet die Autorin schließlich nach Berlin, wo sie 1999 ihre Karriere als Drag Queen und auch ihre Liebesbeziehung zu dieser Stadt beginnt.
Es folgen weitere unfassbar offenherzige Beschreibungen ihrer sexuellen Eskapaden, drogenschwangere Abrutscher in die Berliner Gosse und doch auch immer wieder die Suche nach der wahren, großen Liebe.

Diese Suche ist es auch, die sie schließlich zu Lutz führt, einem Mann, der wie für sie geschaffen scheint. Leider ist er heterosexuell, doch das soll das kleinste Problem in dieser wilden, leidenschaftlichen Liebe sein.

Am Ende des Buches, nachdem man mit der Autorin als Djane und Showgirl um die Welt gejettet ist, in glitzernden Nightclubs an der Cote d’Azur getanzt hat, an Krankenbetten geweint und auf tagelang dauernden Chillouts gekokst hat, erwartet einen die letzte große Hürde, nämlich Barbie Breakouts Umgang mit ihrer unheilbaren Krankheit.

Was sich vielleicht auf den ersten Blick wie eine stellenweise traurige Lektüre gibt, ist ein unglaublich lustiges Buch, voll von schwarzem Humor, präziser Beobachtungsgabe und messerscharfem Verstand.

An keinem Punkt im Text hat man das Gefühl, die Autorin bemitleide sich selbst oder würde sich vom Schicksal geschlagen geben. Selbstironisch, bissig und sich selbst nie zu ernst nehmend, macht sie selbst die schwersten Momente ihres Lebens zu einer seltsam heiteren Leseerfahrung, bei deren Lektüre einem das Lachen komischerweise nie im Hals steckenbleibt.